WAX & LIGHT // 
EMANUEL MOONER / VOLKER BEHREND PETERS

Vernissage / 29.06 19:00 - 22:00 Uhr
Ausstellung / 30.06 - 16.09

GALERIE BENJAMIN ECK I

Pestalozzistr. 14 / Glockenbachviertel 

Die Werke von Emanuel Mooner machen Reste, Überbleibsel, Schrott, zu Kunst. Seine Objets Trouvé bestehen aus zwei Elementen: Neonröhren, die einst Reklametafeln zierten, und verformte Karosserieteile von Unfallfahrzeugen. Beide Elemente kann man nicht mehr ohne Weiteres ihrem ursprünglichen Zweck zuordnen, doch wirkt ihre spontane Form in der Kombination beabsichtigt. Unvollständige Buchstabenteile werden auf Blechreste von Unfallwägen montiert und erleuchten die verbeulte und vernarbte Oberfläche.  

Die grellen Neonröhren wecken dabei ganz widersprüchliche Ambitionen: Zum einen erinnern sie den Betrachter an ihren ursprünglichen Zweck, an ihr früheres Dasein als grell leuchtende Symbole unserer Konsumgesellschaft, andererseits verändern sie die Wahrnehmung und lassen auf dem Blech hinter dem Licht neue Formen und Strukturen Gestalt annehmen. Dadurch entsteht eine industriell anmutende Ästhetik, bei der die Form keiner Funktion mehr zuzuordnen ist. 

Auch für die Werke von Volker Behrend Peters spielt Licht eine zentrale Rolle. Seine zarten, aus Paraffin-Schichten bestehenden Arbeiten sind fragil und brechen das Licht in ihrer transparenten Struktur. Aufgebaut werden die wächsernen Verästelungen mit dem Pinsel, der durch Variieren des Drucks und der Richtung die Formen und Muster bestimmt. Je mehr Licht auf die Paraffin Struktur fällt, desto dichter wirkt sie, erscheint beinahe weiß.

Die filigranen, fast schon skulpturell anmutenden Werke von Peters stoßen im Betrachter einen Denkprozess an, Empfindungen werden geweckt und es bleibt Raum für individuelle Interpretation. Die Technik dient dabei der Kommunikation, das ungewohnte Material und die scheinbar spontane Formgebung überraschen und inspirieren. Kann man die Intention in Worte fassen? Die Intention ist jenes Gebilde aus Wachs, das der Betrachter sieht und empfindet und erkennt: Das Bild.

 

 

 

  

 

 

THE SPACE WITHIN // 
KATHARINA LEHMANN / JÜRGEN HEINZ

Vernissage / 06.07 19:00 - 22:00 Uhr
Ausstellung / 07.07 - 02.09

GALERIE BENJAMIN ECK II

Zieblandstr. 19 / Maxvorstadt 

Realität und Wirklichkeit sind abstrakte Begriffe. Sie variieren von Mensch zu Mensch und können sogar vollkommen gegensätzlich sein. Wenn eine Gruppe eine gemeinsame Wirklichkeit hat, dann entsteht diese durch Kommunikation und Definition, durch gemeinsame Überzeugungen und Ansichten. Wirklichkeit ist also nicht einfach da, sie wird konstruiert und stellt damit das Innere einer Gruppe, einer Gesellschaft dar. 

Diese Konstruktion der Wirklichkeit greift Katharina Lehmann in ihren Kunstobjekten auf. Am Anfang steht ihre Thread-Drip Painting Technik, die organische Strukturen aus Fäden und Acrylfarbe erzeugt. Das Gewebe, das die Künstlerin damit herstellt ist sowohl für die dreidimensionalen, als auch die Arbeiten auf Papier und Leinwand der Grundbaustein. Das Natürliche, Chaotische wird so versinnbildlicht, zufällige Verbindungen und Ereignisse, die unsere Realität und Wahrnehmung prägen. 

In Kontrast dazu setzt Lehmann geometrische Linien, welche die Knotenpunkte des Gewebes verbinden – der Versuch, Ordnung ins Chaos zu bringen. Durch Termine und Pläne soll die Wirklichkeit in ein Raster gezwängt werden, geradlinig will man sich von Punkt zu Punkt hangeln und blendet aus, dass man doch immer dem natürlichen Chaos unterworfen ist. So überwiegt in den Werken immer die Masse der organischen Strukturen gegenüber den klaren Linien. Gleichzeitig konstruiert Lehmann durch ihr Werk die Wirklichkeit des Betrachters mit, gibt ihm Reibungspunkt und Anlaufstelle für Eindrücke, Meinungen und Gedanken über die eigene Realität – aber auch über die Wirklichkeit der Künstlerin selbst. 

Jürgen Heinz abstrahiert Realität und Wirklichkeit noch ein Stück weiter und zerstört die Erwartungen an sein Material, den Stahl. Das sonst in der Schwerindustrie verwendete Metall wird seinem gewohnten Gebrauch entfremdet und ins Gegenteil verkehrt: Heinz lässt daraus bewegliche, futuristische Skulpturen entstehen, die so weit wie nur irgend möglich entfernt sind von Brückenbau und Stahlbeton. 

Die modularen Arbeiten wie „Schnittstelle“ oder „People“ erinnern an Denkmäler oder Monumente, sie verändern Raum durch ihre bloße Anwesenheit. Simple Formen, die aus beweglichen Modulen angeordnet und durch Schnitte geteilt sind, bilden eine faszinierende Ordnung, der man sich nicht entziehen kann. Man möchte hingehen und die Skulpturen gerade rücken, die Formen vervollständigen und die Asymmetrien beseitigen und spürt doch, dass diese für die besondere Anziehung der stählernen Konstrukte nötig sind. Denn auch diese Formen und Muster sind nur konstruiert, halten den stetigen Zustand eines geordneten Chaos und zwischen den stählernen Modulen von „Schnittstelle“ bleibt Raum  – daraus bilden wir dann unsere Wirklichkeit. The Space Within ist letztendlich der Raum in uns selbst. 




 

 

 

 

 

 

 

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